Aufbruch und Ankunft im Odenwald

Wieviel Heimat braucht der Mensch im globalen Dorf?

Greifvögel wirken seit jeher eine besondere Faszination auf den Menschen aus. Besonders die grossen Adler wurden zum Sinnbild für Freiheit, Mut und Stärke erhoben. Daher zieren sie viele Wappen und Fahnen verschiedenster Gruppierungen, die dadurch versuchen, die Attribute dieses imposanten Vogels auf sich übergehen zu lassen.

Der veraltete Begriff "Raubvögel" implizierte, dass die betreffende Vogelgruppe zu bewussten kriminellen Handlungen fähig sei und beinhaltete eine negative Wertung. Er findet deshalb heute keine Verwendung mehr, denn Greifvögel rauben nicht; sie greifen ihre Beute zu Nahrungszwecken. Eulen bilden eine eigene Familie und sind mit den Greifvögeln oder Falken nicht verwandt.

Greifvögel

In Lautertal ist der Rotmilan zum Sinnbild des Konfliktes zwischen Neuzeit und Historie ge­wor­den, da die Brutplätze häufig im Bereich potenziell geeigneter Standorte für Wind­kraft­anlagen liegen. Das weltweite Verbreitungsgebiet des Rotmilans ist auffallend klein und umfasst neben Deutschland vor allem weite Teile der iberischen Halbinsel, Frankreichs sowie Polens. Knapp über die Hälfte aller Rotmilane der Welt brütet in Deutschland.

Bussard

Mit seinen sehr langen Flügeln und seinem langen, tief gegabelten, oberseits rostroten Schwanz zählt der Rotmilan zu den am leichtesten erkennbaren Greifvögeln. Hauptsächlich am frühen Abend kann man Rotmilane in der aufsteigenden Thermik des 'Tälchens' zwischen Haurod und Borstein ihre Kreise ziehen sehen. Mit dieser Energie sparenden Flugweise legen sie weite Strecken auf der Suche nach Nahrung zurück.

Der Rotmilan ist durch die Beeinträchtigung seiner Lebensräume und Brutplätze, durch den Verlust der Nahrungsgrundlage, Störungen durch Freizeitverkehr und Forstbetrieb und nicht zuletzt illegale Abschüsse gefährdet. Im Brutgebiet müssen vor allem die Horstbäume erhalten und Störungen zur Brutzeit ferngehalten werden.